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Pablo Neruda
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Pablo Neruda; eigentlich Ricardo EliĂŠcer NeftalĂ Reyes Basoalto (* 12. Juli 1904 in Parral; â 23. September 1973 in Santiago de Chile), war ein chilenischer Dichter und Schriftsteller sowie Diplomat, der sich vor allem gegen den Faschismus in seinem Heimatland und in Spanien einsetzte. 1971 erhielt er den Nobelpreis fĂźr Literatur.
Contents
⢠Biografie
⢠Stil
⢠Kontroversen
⢠Ehrungen
⢠Werke (Auswahl)
⢠Literatur
⢠Filme
⢠Vertonungen
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Biografie
Kindheit und Jugend
Neruda war der Sohn des LokomotivfĂźhrers JosĂŠ del Carmen Reyes und der Volksschullehrerin Rosa NeftalĂ Basoalto. Die Mutter starb an Tuberkulose, als Neruda einen Monat alt war. Der Vater siedelte nach Temuco Ăźber und das Kind wuchs einsam in der Obhut des GroĂvaters auf.cite-ref-1[1] Im Jahr 1906 holte der Vater seinen Sohn Pablo nach Temuco und heiratete ein zweites Mal: Trinidad Candia Marverde; Neruda bezeichnete sie in seinen Werken als mamadre. Er besuchte bis 1920 die Knabenschule von Temuco. Dort lernte er die Dichterin Gabriela Mistral kennen, die später selbst einen Nobelpreis fĂźr Literatur erhalten sollte. Sie brachte ihm die klassischen russischen Erzählungen nahe.cite-ref-2[2] In seiner Freizeit und in den Ferien machte er erste experimentelle SchreibĂźbungen und er durfte regelmäĂig mit seinem Vater im Zug mitfahren. Auch in seinen späten Gedichten entdeckt man häufig den Bezug auf EindrĂźcke seiner Jugend, geprägt von einer weiten ursprĂźnglichen Landschaft.cite-ref-0-3-0[3]
1919 gewann er den dritten Preis der Blumenspiele von Maule (Juegos Florales de Maule) mit seinem Gedicht Ideelle Gemeinschaft (ComuniĂłn ideal).cite-ref-4[4] Ab 1920 benutzte er, zunächst fĂźr die Literaturzeitschrift Selva Austral, das Pseudonym Pablo Neruda, der Legende nach in Anlehnung an den tschechischen patriotischen Dichter Jan Neruda, dessen sozialkritische Werke er sich, aus lateinamerikanischer Sicht, zum Vorbild fĂźr die eigene Arbeit nahm. Neueren Untersuchungen zufolge hatte aber der junge NeftalĂ Reyes einmal eine Partitur von Pablo de Sarasate gesehen, die der Violinistin Wilma Norman-Neruda gewidmet war. Es waren die Spanischen Tänze fĂźr Violine und Klavier in einer Ausgabe der Berliner Edition N. Simrock aus dem Jahr 1879. Das Deckblatt der Partitur vermerkte eine Widmung an âFrau Norman-Nerudaâ. NeftalĂ Reyes benutzte fortan den Vornamen des spanischen Komponisten und den Nachnamen der tschechischen Geigerin fĂźr sein Pseudonym. In seinen Memoiren Ich bekenne, ich habe gelebt gibt Neruda allerdings unter der Ăberschrift âWarum Nerudaâ Folgendes an: âUm die VerĂśffentlichung meiner ersten Verse zu vertuschen, suchte ich mir einen Nachnamen, der vĂśllig unverdächtig war. In einer Zeitschrift fand ich diesen tschechischen Namen, ohne Ăźberhaupt zu wissen, dass es sich um einen von einem ganzen Volk verehrten groĂen Schriftsteller handelte, den Verfasser herrlicher Balladen und Romanzen, dem Prag im Stadtteil Mala Strana ein Denkmal errichtet hat.â (Ich bekenne, ich habe gelebt, Sammlung Luchterhand im dtv, 1993, Seite 204). Anlass fĂźr die Wahl eines Pseudonyms war, der Missbilligung des Vaters Ăźber seine Dichtung zu entgehen.cite-ref-5[5] Von 1921 bis 1926 studierte er FranzĂśsisch und Pädagogik am Institut fĂźr Pädagogik an der Universidad de Chile in Santiago. Dort erhielt er den ersten Preis beim FrĂźhlingsfest mit dem Gedicht La canciĂłn de fiesta. 1923 verĂśffentlichte er sein erstes selbstfinanziertes Buch.
Erster Aufenthalt in Asien und Europa
1927 trat er in den diplomatischen Dienst und verbrachte seine ersten Jahre als Honorarkonsul in SĂźdostasien, in Rangun, Colombo, Singapur und Batavia (Jakarta). Im August 1933 wurde Neruda zum Honorarkonsul in Buenos Aires ernannt. Dort lernte er den spanischen Dichter Federico GarcĂa Lorca kennen, der sich in der argentinischen Hauptstadt aufhielt. 1934 bekam er einen Posten als chilenischer Konsul in Spanien, zunächst in Barcelona und später in Madrid. Er freundete sich mit GarcĂa Lorca an und brachte mit ihm und anderen Redakteuren die Zeitschrift Caballo verde para la poesia (âGrĂźnes Pferd fĂźr die Dichtungâ) heraus. Bis 1936 erschienen fĂźnf Ausgaben. Die sechste Ausgabe, bereits fertig geschrieben und redigiert, sollte am 19. Juli 1936 erscheinen; dazu kam es aber nicht. Am 17. Juli begann der Spanische BĂźrgerkrieg mit dem Putsch von General Francisco Franco. GarcĂa Lorca wurde erschossen und Neruda beschloss, sich aktiver gegen die Putschisten zu engagieren, bis die mit Franco sympathisierende Regierung in Santiago ihn als Konsul abgesetzte.cite-ref-2-6-0[6] Seine Werke wurden zunehmend politisch.
Als Anfang November 1936 die Putschisten vor den Toren Madrids standen, musste Neruda flßchten. Die Casa de las Flores, ein Mehrfamilienhaus, in dem er gewohnt hatte, wurde von der franquistischen Artillerie bombardiert, wobei zurßckgelassene Bßcher und Manuskripte verbrannten.cite-ref-2-6-1[6] Er ging nach Barcelona, dann nach Marseille und später nach Paris. Zu dieser Zeit schrieb er seinen Gedichtzyklus Espaùa en el corazón.
1937 kam er wieder nach Madrid.cite-ref-2-6-2[6] Er schloss sich mit einer Gruppe spanischer Politiker, KĂźnstler und Journalisten zusammen, darunter auch Pablo Picasso, die mit der Allianz der antifaschistischen Intellektuellen in Verbindung stand. Mit Nancy Cunard arbeiteten sie daran, das Unrecht in Spanien in die Ăffentlichkeit zu tragen, und brachten einen Lyrikband mit dem Titel Die Dichter der Welt verteidigen das spanische Volk heraus. Mangels Geld setzte und druckte Neruda die Gedichte selbst; allerdings fehlte ihm dazu das Geschick. Er setzte den Buchstaben p meist umgekehrt, so dass in einem Vers das Wort pĂĄrpados (âAugenliderâ) zu dardapos wurde. Noch Jahre später soll Nancy Cunard ihn in Briefen mit âMein lieber Dardapoâ angeredet haben.cite-ref-7[7]
RĂźckkehr nach Chile
1938 kehrte Neruda nach Chile zurĂźck und fand eine Anstellung als Redakteur bei der Zeitschrift Aurora de Chile. Viele seiner Artikel widmete er der verhängnisvollen Entwicklung des weltweiten Faschismus. Er organisierte eine Buchspende an die Nationalbibliothek in Form von Ăźber 500 Titeln von deutschen Schriftstellern, darunter Heinrich Heine, Thomas Mann, Arnold Zweig und Anna Seghers, deren Werke zum Teil in Deutschland vom Hitlerregime Ăśffentlich verbrannt worden waren.cite-ref-8[8] Das Nationalmuseum lehnte die Spende zunächst ab. Neruda blieb jedoch beharrlich und bat, unangekĂźndigt während eines Staatsbanketts, den AuĂenminister Chiles, Don Miguel Cruchaga Tocarnal, die Buchspende anzunehmen, was dann auch tatsächlich geschah.
Als 1939 die Volksfront an die Regierung kam, wurde Neruda damit betraut, nach Paris zu reisen und spanische Emigranten, die vor Franco flßchten mussten, fßr die Einreise nach Chile zu begeistern. Er blieb mehrere Monate in Paris und brachte ca. 2.000 spanische Flßchtlinge der Retirada mit dem Passagierdampfer Winnipeg nach Chile. Wieder in Chile, wurde er nach einer Reihe von politischen und literarischen Aktivitäten zum Generalkonsul in Mexiko ernannt, wo er den Posten am 20. August 1940 antrat. Nach drei Jahren bat Neruda um seine Entlassung aus dem diplomatischen Dienst; er wollte wieder zurßck nach Chile und sich dem Schreiben und der Politik widmen. 1943 kehrte er nach Santiago de Chile zurßck.cite-ref-9[9]
Er trat im März 1945 als unabhängiger Kandidat fßr den Senat auf der Liste der Kommunistischen Partei Chiles an; nach seiner Wahl trat er am 8. Juli der Partei bei.
Kritik am Regime und Exil in Europa
Als GonzĂĄlez Videla nach seiner Wahl zum Präsidenten Chiles im Jahr 1946 seine politische Position aufgrund des beginnenden Kalten Krieges änderte, wurde Neruda zu einem der heftigsten Kritiker des Präsidenten. Als Senator genoss er parlamentarische Immunität â niemand konnte ihn vor Gericht stellen oder verhaften, solange er ein gewählter Volksvertreter war. Neruda nutzte diese Situation und seine Reden gegen GonzĂĄlez wurden immer angriffslustiger. Am Ende kritisierte er ihn in einer Ăśffentlichen Rede aufs Schärfste: âSie haben das Volk, durch dessen Stimme Sie Präsident geworden sind, belogen und betrogen. Statt die Armut zu bekämpfen, wie Sie es versprochen haben, festigen Sie nur die Macht der wenigen Reichen, die das Volk aussaugen wie Vampire.â
GonzĂĄlez war nicht gewillt, einen zweiten derartigen Auftritt Nerudas zuzulassen; die Mehrheit der Volksvertretung erlieĂ das Gesetz zur permanenten Verteidigung der Demokratie, das mehr als 25.000 Menschen ihre politischen Rechte wegnahm. Sofort wurde ein Haftbefehl gegen Neruda erlassen. Wie in Madrid entkam Neruda in letzter Minute aus der Stadt. Die nächsten eineinhalb Jahre lang wechselte Neruda fast täglich seine Behausung. Obwohl die Polizei stets nach ihm fahndete, fand er immer Unterschlupf â die BevĂślkerung, vor allem die einfachen Leute, liebten ihren Dichter, der im Parlament dem Präsidenten so mutig seine Meinung gesagt hatte. Während dieser Zeit schrieb Neruda wesentliche Teile seines bedeutendsten Werkes Canto General (âDer groĂe Gesangâ) â 15.000 Verse, in denen er Wesen und Geschichte des amerikanischen Kontinents von der Vorzeit bis zur Gegenwart deutete.
In Sorge um Nerudas gesundheitliche Verfassung aufgrund der ständigen Flucht brachte sein Freund Ricardo Fonseca ihn mit Galo GonzĂĄlez zusammen, dem ParteifĂźhrer der inzwischen verbotenen Kommunisten, der ebenfalls im Untergrund lebte. GonzĂĄles organisierte die Flucht Nerudas Ăźber einen unbewachten Grenzabschnitt nach Argentinien. In Buenos Aires traf Neruda auf einen weiteren Freund, den guatemaltekischen Schriftsteller Miguel Ăngel Asturias, dessen Pass er fĂźr die Auswanderung nach Europa nutzte.
Neruda suchte zum dritten Mal Paris auf, wo er von seinen alten Freunden begeistert aufgenommen wurde. Mit Hilfe von Pablo Picasso gelang es ihm, seine Anwesenheit in Europa zu regeln. In seinen Memoiren Confieso que he vivido erzählt Neruda mit groĂer Freude Ăźber die Anteilnahme Picassos, als er 1949 aus politischen GrĂźnden aus Chile flĂźchten musste. Er drĂźckt darin seinen Dank fĂźr die wertvolle Hilfe aus, die er von Picasso erhielt. Dieser hatte sich 1948 beim Friedenskongress in Breslau (WrocĹaw), an dem er mit Paul Ăluard teilnahm, fĂźr den Dichter eingesetzt. Während Nerudas mehrmonatigen Aufenthaltes in Paris erschien sein Buch Toros, das von Jean Marcenac Ăźbersetzt und von Picasso illustriert wurde. Am zweiten Weltfriedenskongress in Warschau im November 1950 erhielten beide, Picasso und Neruda, zusammen mit anderen KĂźnstlern den Friedenspreis des Weltfriedenskongresses, Neruda fĂźr sein Gedicht Holzfäller wach auf.cite-ref-10[10] DarĂźber hinaus erhielt er Jahre später, 1953 und nach seiner RĂźckkehr nach Chile, den Stalinpreis fĂźr die Konsolidierung des Friedens unter den VĂślkern.cite-ref-11[11] In den folgenden Jahren trat Neruda Ăźberall in Europa, aber auch in Indien und China bei Friedenskongressen und politischen Debatten auf. Anfang 1952 lieĂ die chilenische Regierung Neruda wissen, dass er nach Hause zurĂźckkehren dĂźrfe; und so kehrte er am 12. August 1952 nach Chile zurĂźck.cite-ref-12[12]
Erneute RĂźckkehr nach Chile
1952 wurde Carlos IbĂĄĂąez del Campo, der schon in den 1920er Jahren an der Spitze des Staates gestanden und damals ein soziales Reformwerk begrĂźndet sowie die Staatsfinanzen saniert hatte, erneut zum Präsidenten gewählt. Neruda verĂśffentlichte 1953 den Canto General, der bereits 1950 in Mexiko erschienen war. Die nächsten fĂźnf Jahre widmete er sich ausschlieĂlich seinem dichterischen Schaffen, anschlieĂend reiste er wieder um die Welt und nahm an Konferenzen und Debatten teil.
1969 wurde Neruda von der Kommunistischen Partei als Präsidentschaftskandidat nominiert, er verzichtete aber zu Gunsten des vom WahlbĂźndnis Unidad Popular favorisierten Sozialisten und Freundes Salvador Allende. 1970 gewann Allende die Präsidentschaftswahlen und Ăźberredete Neruda, Botschafter in Paris zu werden. Trotz seiner mittlerweile angegriffenen Gesundheit willigte er ein; er musste sich aber schon nach wenigen Monaten einer Operation unterziehen. Während seiner Genesung wurde ihm am 21. Oktober 1971 der Nobelpreis fĂźr Literatur âfĂźr eine Poesie, die mit der Wirkung einer Naturkraft Schicksal und Träume eines Kontinents lebendig machtâ, zuerkannt. Wenige Tage nach der Verleihung des Preises kehrte Neruda nach Chile zurĂźck; sein Gesundheitszustand verschlechterte sich stetig. Eine fĂźr den September 1973 geplante Serie von AuffĂźhrungen des Oratoriums Canto General von Mikis Theodorakis, beruhend auf Nerudas Text, bei der auch Nerudas Mitwirkung geplant war, musste wegen seiner Erkrankung und der sich ĂźberstĂźrzenden politischen Ereignisse ohne ihn stattfinden.
Am 23. September 1973 erlag Neruda, zwÜlf Tage nach dem Putsch in Chile unter Fßhrung von Augusto Pinochet, angeblich seinem Krebsleiden (siehe Der Streit um die Todesursache). Nach seinem Tod wurde sein Haus vom Militär geplßndert und zerstÜrt.
Nerudas Begräbnis,cite-ref-13[13] das in dieser Form wohl nur wegen der Anwesenheit ausländischer Kamerateams mĂśglich war, wurde zum ersten groĂen Ăśffentlichen Protest gegen die Militärjunta. Am 25. September 1973 wurden in Santiago de Chile Nerudas sterbliche Ăberreste zwischen zwei Reihen bewaffneter Soldaten zu Grabe getragen. Ein âVorruferâ rief laut in die Menge âÂĄCamarada Pablo Neruda!â, die Menge antwortete mit âÂĄPresente!â, dann wieder âÂĄCamarada Pablo Neruda!â â âÂĄPresente!â und schlieĂlich âÂĄCamarada Pablo Neruda!â â âÂĄPresente, ahora y siempre!â, also âGenosse Pablo Neruda!â â âAnwesend!â, âGenosse Pablo Neruda!â â âAnwesend!â, âGenosse Pablo Neruda!â â âAnwesend, jetzt und immer!â. Das Spiel wiederholte sich mit âÂĄCamarada Salvador Allende!â und âÂĄCompaĂąero VĂctor Jara!â An seinem Grab wurde die Internationale gesungen. Die Schriftstellerin Isabel Allende beschreibt in ihrem Roman Das Geisterhaus folgerichtig das Begräbnis als âsymbolisches Begräbnis der Freiheitâ.
Stil
Das frĂźhe lyrische Werk Nerudas ist von der europäischen Avantgarde, insbesondere vom Surrealismus, beeinflusst. Dieser FrĂźhstil ist durch einen auĂerordentlichen Reichtum an Assoziationen sowie die AuĂerkraftsetzung der Regeln von Syntax und Zeichensetzung charakterisiert. Das gilt auch fĂźr seinen ersten avantgardistischen Roman El habitante y su esperanza, der 1926 erschien.cite-ref-14[14] Im Laufe seiner schriftstellerischen Entwicklung nahm er immer mehr EinflĂźsse auf: Zu seinen stilistischen Vorbildern gehĂśrten Arthur Rimbaud, Majakowski und vor allem Walt Whitman, dessen Porträt in allen seinen Häusern hing. Er betrachtete Whitmans Grashalme als Pionierleistung, die der amerikanischen Dichtung den Weg gewiesen habe. Neruda lehnte das Konzept einer âreinenâ Poesie, wie es z. B. Paul ValĂŠry vertrat, entschieden ab und stellte sich in Whitmans Tradition einer âunreinenâ Poesie (Sobre una poesĂa sin pureza), die den Weltbezug vor Konstruktion und Musikalität setzt und das ganze Spektrum des Lebens einfangen soll, gleichgĂźltig, ob moralisch, amoralisch oder gar trivial: Alle Objekte haben gleichermaĂen ihre Berechtigung. Mit Whitman verbindet Neruda das GefĂźhl fĂźr den geographischen Raum, fĂźr die Weite des Kontinents. Nerudas Landschaften sind jedoch anders als Whitmans Räume historisch aufgeladen, sie haben eine Vorgeschichte und mĂźssen quasi archäologisch erschlossen werden. Doch handle es sich nach Fernando AlegrĂacite-ref-15[15] bei der Ăhnlichkeit des Stils um eine optische Illusion: Beide wĂźrden das erotische Verhältnis zur Natur zwar teilen, Whitmans Mystizismus sei jedoch durch einen Abgrund von Nerudas Materialismus getrennt. Auch die Kategorisierung seines Stils (seit dem Canto General 1950) als sozialistisch-realistisch greift zu kurz, auch wenn sich dieser in Werken wie Las uvas y el viento (1954) manifestiert.cite-ref-16[16]
Kontroversen
Streit um die Todesursache
Die chilenische Justiz ordnete fĂźr den 8. April 2013 die Exhumierung des Leichnams an und gab damit einem Antrag der Kommunistischen Partei Chiles (Partido Comunista de Chile) statt.cite-ref-17[17] Als offizielle Todesursache war Herzversagen festgestellt worden; es sollten nun aber GerĂźchte Ăźber eine mĂśgliche Ermordung Nerudas ausgeräumt werden, die seit seinem Tod von verschiedenen Seiten aufgekommen waren. Neruda selbst trug dazu bei, da er vor seinem Tod gesagt hatte, man habe ihm im Krankenhaus, wo er sich aufhielt und schlief, eine Spritze verabreicht. Der Dichter soll an Krebs gelitten haben, als er starb und deswegen im Krankenhaus behandelt worden sein. Seine Witwe hielt bis zu ihrem Tode jedoch an der Meinung fest, ihr Mann sei nicht an Krebs gestorben, ohne zu behaupten, er sei ermordet worden. Sein Fahrer und Diener Manuel Araya hält an der These der Ermordung Nerudas im Krankenhaus fest. Die Krankenakten Nerudas, die Ăźber die Krankengeschichte und den Inhalt der Spritze Aufklärung geben kĂśnnten, sind nicht mehr auffindbar.cite-ref-18[18] Ein internationales Forensikerteam, das die sterblichen Ăberreste untersuchte, kam in dem im November 2013 vorgestellten Abschlussbericht zu der Feststellung, dass Neruda nicht vergiftet wurde, sondern tatsächlich an Prostatakrebs gestorben sei.cite-ref-19[19] Im Januar 2015 wurde bekanntgegeben, dass es eine neue Untersuchung zur Todesursache geben solle. Francisco Ugas, der Leiter der Menschenrechtsabteilung der chilenischen Regierung, sagte, es gäbe einen begrĂźndeten Anfangsverdacht, dass der Dichter vergiftet worden sei. Die neue Untersuchung sollte nach anorganischen Substanzen oder Schwermetallen suchen sowie feststellen, ob es Zell- oder EiweiĂschädigungen durch chemische Wirkstoffe gegeben habe. Die bisherigen Untersuchungen konzentrierten sich darauf, nach direkt nachweisbaren Giften zu suchen.cite-ref-20[20] Im November 2015 gab das chilenische Innenministerium in einer Erklärung bekannt, dass es âoffensichtlich mĂśglich und sehr wahrscheinlichâ war, dass Nerudas Tod durch Fremdeinwirkung verschuldet wurde. Damit wurde ein bereits im März des Jahres in der spanischen Zeitung El PaĂs verĂśffentlichtes Dokument des Innenministeriums bestätigt. Das Ministerium wies jedoch warnend darauf hin, dass eine Expertenkommission zu keinem abschlieĂenden Urteil gekommen sei.cite-ref-21[21]
Nerudas Leichnam sollte nach zwei Umbettungen und einer Exhumierung am 25. April 2016 in Isla Negra ein viertes Mal beerdigt werden.cite-ref-22[22]
2017 wurde auf einem Zahn Nerudas das Bakterium Clostridium botulinum gefunden, welches ein Neurotoxin produziert. Bis im Februar 2023 wurde daraufhin an einem Bericht gearbeitet, welcher laut Rodolfo Reyes, dem Anwalt der Familie und Nerudas Neffe, zum Schluss gekommen sein soll, dass das Bakterium nicht nach dem Tod auf Neruda ßbertragen worden war. Reyes zitierte vorab aus dem Bericht, wonach das Bakterium im KÜrper nachgewiesen sein soll, dessen toxische Stoffwechselprodukte zu Muskellähmung und Tod fßhren. Nach dieser Darstellung wurde der Dichter von unbekannter Seite durch eine letale Dosis des Giftes ermordet. Am 15. Februar 2023 ßbergab ein internationales Forensiker-Team aus Chile, Kanada und Dänemark den Bericht der zuständigen Richterin Paola Plaza, welche wiederum zu einem späteren Zeitpunkt ßber die Gewichtung des Berichts entscheiden wird.cite-ref-23[23]cite-ref-24[24] Dies kÜnnte bedeuten, dass in der Spritze, die ihm verabreicht wurde, mÜglicherweise Bakterien waren, deren Gift eine Lähmung des Nervensystems verursacht hätte.cite-ref-25[25]cite-ref-26[26]cite-ref-27[27]
Streit um das dichterische Werk
In der DDR gab es bereits 1949 eine erste VerĂśffentlichung von Gedichten (Beleidigtes Land). Wegen der ausdrĂźcklich politischen (kommunistischen) Aspekte in seinem Werk und seiner zeitweise positiven Haltung zu Stalin, dem er nach dessen Tod (1953) eine fast hymnische Ode widmete,cite-ref-28[28] wurde Neruda, der sich selbst als Dichter des Volkes bezeichnete, in vielen westlichen europäischen Ländern bis in die 1960er Jahre ignoriert. Die Stimmung änderte sich erst im Zuge der groĂen, weltweiten Sympathie fĂźr Chile nach dem Militärputsch 1973. Bis dahin gab es keine vollständige Ausgabe der Gedichte Nerudas in der Bundesrepublik Deutschland.
Sein Leben wurde unter anderem in Antonio SkĂĄrmetas halbbiografischem Roman Mit brennender Geduld thematisiert (der Roman wurde 1983 von Skarmeta selbst und 1994 ein zweites Mal von Michael Radford mit Philippe Noiret als Neruda unter dem Titel Der Postmann verfilmt). SkĂĄrmetas Roman diente als Vorlage fĂźr die 2010 durch PlĂĄcido Domingo uraufgefĂźhrte Oper Il Postino des mexikanischen Komponisten Daniel CatĂĄn.
Selbstbezichtigung einer Vergewaltigung
In seiner postum erschienenen Autobiographie Ich bekenne, ich habe gelebt gibt es im Kapitel 4 (Die leuchtende Einsamkeit) einen Abschnitt (Singapur), in dem der Autor beschreibt, eine Frau vergewaltigt zu haben, als er 1929 Konsul in Ceylon war.cite-ref-29[29] Neruda erzählt darin, wie er in einem abgelegenen Bungalow wohnte, den er gemietet hatte, und sich wunderte, dass er den Toilettenbehälter jeden Morgen sauber fand. Als er feststellte, dass dieser von einer schĂśnen und unnahbaren Tamilin âvon der Kaste der Pariasâcite-ref-1-30-0[30] geleert wurde, und mehrere Versuche, sie mit Geschenken zu gewinnen, nicht zum Ziel fĂźhrten, lieĂ Neruda sich nach eigener Darstellung zu der folgenden Handlungsweise hinreiĂen, die der Autor â im Sinne eines Male gaze â jedoch stark ästhetisiert und verklärt (in der Ăbersetzung von Curt Meyer-Clason):
âZu allem entschlossen, packte ich sie eines Morgens herrisch am Handgelenk und blickte ihr ins Gesicht. Ich wuĂte keine Sprache, in der ich sie hätte ansprechen kĂśnnen. Ohne Lächeln lieĂ sie sich von mir fĂźhren, und schon lag sie nackt auf meinem Bett. Ihre schlanke Taille, ihre vollen HĂźften, die Ăźberquellenden Becher ihrer BrĂźste machten sie den tausendjährigen Skulpturen SĂźdindiens gleich. Die Begegnung war die eines Mannes mit einer Statue. Die ganze Zeit hielt sie die Augen offen, ungerĂźhrt. Sie verachtete mich mit Recht. Die Erfahrung wiederholte sich nicht.âcite-ref-1-30-1[30]
Diese âErfahrungâ stellt Neruda vorgängig in den Zusammenhang mit Erinnerungen an sexuelle Kontakte mit anderen Frauen und insbesondere mit der Erzählung einer jungen Frau, die er berichtend wiedergibt. Darin wird keine offene Gewalt ausgeĂźbt. Diese Frau und ihre Freundinnen seien âbrĂźnette[n] und goldene[n] Mädchen mit dem Blut von Buren, Engländern, Drawidenâcite-ref-1-30-2[30] und Hervorbringungen des Kolonialismus â âein Kolonialproduktâcite-ref-1-30-3[30] â gewesen, aber keine Prostituierte, und er betont: âIhre Erzählung beeindruckte mich, und ich empfand nichts als Sympathie fĂźr sie.âcite-ref-1-30-4[30]
Ehrungen
⢠1953: Stalinpreis fßr den Einsatz zur Erhaltung des Friedens unter den VÜlkern.cite-ref-31[31]
⢠1968: Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters.cite-ref-33[33]
⢠1970: Mitglied der American Academy of Arts and Sciences
⢠1971: Nobelpreis fĂźr Literatur, mit der BegrĂźndung âfĂźr eine Poesie, die mit der Wirkung einer Naturkraft Schicksal und Träume eines Kontinents lebendig machtâ.
⢠In der DDR wurde Neruda hoch gewĂźrdigt. 1974 wurde er auf einer DDR-Briefmarke abgebildet. Die Polytechnischen Oberschulen in Greifswald und in Hoyerswerda wurden zur Pablo-Neruda-Schule. Auch die 100. POS in Dresden, die 32. POS in Potsdam sowie die 23. POS in Cottbus trugen den Namen Pablo Neruda ebenso wie das Gymnasium in Spremberg seit 1975. In Leipzig und Chemnitz tragen zwei Grundschulen bis heute den Namen Pablo Neruda. Der grĂśĂten Bibliothek Berlin-Friedrichshains wurde 1974 der Ehrenname Pablo Neruda verliehen. Die heutige Bezirkszentralbibliothek heiĂt ebenso.cite-ref-34[34]
⢠1982 wurde in Greifswald ein Gedenkstein auf dem Gelände der Polytechnischen Oberschule gestiftet; seit 2006 ist sie das Gymnasium Alexander-von-Humboldt. Nach 1990 galt der Stein als verschollen; er wurde aber wiederentdeckt und saniert. Anlässlich des 40. Todestags des Schriftstellers wurde der Gedenkstein 2013 wiedereingeweiht und erhielt sein neues Domizil am Humboldt-Gymnasium. Der schlichte rechteckige Gedenkstein trägt die Inschrift: PABLO NERUDA 1904â1973.cite-ref-35[35]
⢠Eine Pablo-Neruda-Bßste in Bronze wurde 2014 auf dem Campus der Universität Bremen aufgestellt.
Weitere Darstellungen Nerudas in der bildenden Kunst
⢠Wieland FÜrster: Pablo Neruda (Porträt-Stele, Bronze, HÜhe 184 cm, 1974/75)cite-ref-36[36]
⢠Peter Kern: Pablo Neruda (Porträtplastik, Bronze)
Werke (Auswahl)
⢠1923: Crepusculario â Dämmerung
⢠1924: Veinte poemas de amor y una canciĂłn desesperada â Zwanzig Liebesgedichte und ein Lied der Verzweiflung. (Deutsch von Fritz Vogelgsang), Luchterhand. ISBN 978-3-630-62150-0.
⢠1926: El habitante y su esperanza
⢠1926: mit Thomas Lago: Anillos (Santiago: Editorial Nasciment, 1926)
⢠1933: Residencia en la tierra â Aufenthalt auf Erden. (Deutsch von Erich Arendt und Stephan Hermlin, mit 18 Farbholzschnitten von HAP Grieshaber, Berlin (Ost), Volk und Welt, 1974)
⢠1937: EspaĂąa en el corazĂłn â Spanien im Herzen
⢠1948: Obras poĂŠticas â Poetische Arbeiten
⢠1950: Canto general â Der groĂe Gesang. (Deutsch von Erich Arendt, Berlin (Ost), Volk und Welt, 1953)
⢠1953: Los versos del capitĂĄn â Die Verse des Kapitäns
⢠1953: PoesĂa polĂtica â Politische Poesie
⢠1954: Las uvas y el viento â Die Trauben und der Wind. (Deutsch von Fritz Arendt, Volk und Welt, Berlin-Ost, 1955)
⢠1960: PoesĂas: Las piedras de Chile â Poesien: Die Steine Chiles
⢠1964: Memorial de Isla Negra â Memorial von Isla Negra. (Deutsch von Erich Arendt, Volk und Welt, Berlin-Ost, 1976)
⢠1967: Fulgor y muerte de JoaquĂn MurĂeta (Deutsch von Klaus MĂśckel: Glanz und Tod des Joaquin Murieta, chilenischer Bandit, getĂśtet wider alle Gerechtigkeit in Kalifornien am 23. Juli 1853. Verlag Volk und Welt, Berlin, 1972)
⢠1970: Las piedras del cielo â Die Steine des Himmels
⢠1970: Ein Land das schmeckt. Corvina Verlag, Budapest (Reise-Impressionen aus Ungarn; mit Miguel Anguel Asturias)
⢠1972: GeografĂa infructuosa â Unfruchtbare Geographie. (Deutsch von Hans-JĂźrgen Schmitt/Ute Steinbicker). ZĂźrich, ISBN 978-3-908126-37-9.
⢠1973: Satrapas â Die Satrapen
⢠1973: Confieso que he vivido â Ich bekenne, ich habe gelebt. (Autobiographie; deutsch von Curt Meyer-Clason). Neuwied: Luchterhand. ISBN 3-630-62041-8
⢠1974: Libro de las preguntas â Buch der Fragen
⢠1980: Para nacer he nacido â Um geboren zu werden. (Deutsch von Anneliese Botond). Neuwied: Luchterhand. ISBN 978-3-472-86513-1
Literatur
Deutsch
⢠Neruda, Pablo. In: Gerhard Steiner u. a. (Hrsg.): Lexikon fremdsprachiger Schriftsteller von den Anfängen bis zur Gegenwart. VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1979; Band 2, S. 506â508
⢠Roberto Ampuero: Der Fall Neruda. Kriminalroman. Bloomsbury, Berlin 2010, ISBN 978-3-8270-0866-4.cite-ref-37[37]
⢠Karsten Garscha (Hrsg.): Der Dichter ist kein verlorener Stein. Studien ßber Pablo Neruda. Luchterhand, Darmstadt, Neuwied 1983, ISBN 3-472-61450-1.
⢠Maren Gottschalk: Es brennt das Leben. Die Lebensgeschichte des Pablo Neruda. Beltz & Gelberg, Weinheim 2003, ISBN 978-3-407-80914-8.
⢠Eberhard Hungerbßhler: Pioniere fßr den Frieden. 1983, ISBN 3-8000-3188-4.
⢠David Schidlowsky: Pablo Neruda und Deutschland. Eine kurze Biographie des chilenischen Dichters und seine Beziehung zu Deutschland. Wissenschaftlicher Verlag Berlin, Berlin 2008, ISBN 978-3-86573-391-7.
⢠David Schidlowsky: Pablo Neruda: Leben und Tod eines Dichters. wvb Wissenschaftlicher Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-86573-784-7.
⢠David Schidlowsky: Maruca Reyes. Die Frau des chilenischen Dichters Pablo Neruda. VDM Verlag Dr. Mßller, Saarbrßcken 2008, ISBN 978-3-639-01917-9.
⢠David Schidlowsky: Pablo Neruda in seiner Zeit. Dichtung und Politik. Eine Biographie (1904â1973). 2 Bände. Wissenschaftlicher Verlag Berlin, Berlin 2023, ISBN 978-3-96138-375-7.
⢠Jochen Trebesch: Diener zweier Herren. Diplomaten-Autoren des 20. Jahrhunderts: Pablo Neruda 1904â1973. Nora Verlagsgemeinschaft Dyck & Westerheide, Berlin 2005, ISBN 3-86557-043-7.
⢠Hans-Jßrgen Schmitt: Pablo Neruda. Der universelle Dichter. Werkmonographie. edition text + kritik, Mßnchen 2009, ISBN 978-3-86916-018-4.
⢠Hagar Peeters: Malva. Roman. Aus dem Niederländischen von Arne Braun. GÜttingen 2018, ISBN 978-3-8353-3341-3.
⢠Helmut J. Psotta: Unruhe stiften â Ăźber Pablo Neruda. Berlin 2013, ISBN 978-3-87956-376-0.
⢠Michael RÜssner (Hrsg.): Lateinamerikanische Literaturgeschichte. Stuttgart 2002. ISBN 978-3-476-01858-8.
Spanisch
⢠Matilde Urrutia: Mi vida junto a Pablo Neruda. Fundación Pablo Neruda 1986 (Deutsch von Ursula Roth: Mein Leben mit Pablo Neruda, Berlin und Weimar 1989, ISBN 3-351-01528-3)
⢠Bernardo Reyes: Neruda. Retrato de familia. 1904â1920. San Juan, Puerto Rico 1996, ISBN 0-8477-0222-7.
⢠David Schidlowsky: Pablo Neruda y su tiempo. Las furias y las penas. RIL editores, 2 Bände. Santiago de Chile 2008, ISBN 978-956-284-629-5.
⢠Volodia Teitelboim: Neruda. Ediciones BAT, Santiago de Chile 1994.
FranzĂśsisch
⢠Jean Ortiz: De Madrid Ă Valparaiso. Neruda et le âWinnipegâ. Atlantica, Biarritz 2011, ISBN 978-2-7588-0455-0.cite-ref-38[38]
Filme
⢠Michael Radford: Il postino (deutsch: Der Postmann). Spielfilm, Italien 1994, 108 Minuten.
⢠Ebbo Demant: Neruda. Dokumentarfilm, Deutschland 2003, 120 Minuten.
⢠Pablo LarraĂn: Neruda. Spielfilm, Chile 2016, 107 Minuten.
Vertonungen
⢠Dieter Salbert: Zwei Oden nach Gedichten von Pablo Neruda: Ode an den Duft des Holzes / Ode an eine Uhr in der Nacht, fßr Sopran, Synthesizer, Musique Concrète. Urauffßhrung am 23. August 1974 Bayreuth, Musikverlag Zahoransky.
⢠Kalevi Aho: Kysymysten kirja (Das Buch der Fragen. Suite fĂźr Mezzosopran und Kammerorchester; El libro de las preguntas in Finnischer Ăbersetzung von Katja Kallio; die Suite bildet Teil 1 des dreiteiligen Konzert[s] fĂźr Kammerorchester; sie kann unabhängig vom Konzert fĂźr Viola und Orchester bzw. der abschlieĂenden 14. Sinfonie gespielt werden), UA: Rovaniemi, 27. November 2007 (Monica Groop, Mezzosopran; Lapland Chamber Orchestra; Leitung: John StorgĂĽrds)
⢠Volker Blumenthaler: Poem oder 11. September 1973 (1988) fßr Sopran und Horn
⢠Nikolaus Brass: Emerge tu⌠(1991). Madrigal fßr 4 Stimmen. UA 1991 Graz (Musikprotokoll im Steirischen Herbst; Ensemble <belcanto>, Leitung: Dietburg Spohr)
⢠Alan Bush: De Plenos Poderes (From Fully Empowered) op. 86 (1977), fĂźr Bariton und Klavier. Nr. 3: El perezoso (âContinuarĂĄn viajando cosasâŚâ)
⢠Enrique Gonzålez-Medina (* 1954): Me gustas cuando callas op. 3 (1990/96) fßr Tenor, Altsaxophon (oder Klarinette), Violoncello und Klavier
⢠Carlos Guastavino (1912â2000): Esta iglesia no tiene (1948) fĂźr mittlere oder hohe Stimme und Klavier
⢠Rodolfo Holzmann: Tres madrigales (1944) fßr hohe Stimme und Klavier
1. Lamento lento â 2. Fantasma â 3. Madrigal escrito en invierno
⢠Nicolaus A. Huber: Banlieue â Schauplätze der Revolution (1973), I. AlmerĂa, UA Witten 1974
⢠Peter Lieberson: Five Neruda Songs (2005) fßr Mezzosoprano und Orchester. Texte aus den Cien Sonetos de Amor (1959)
1. Sonnet VIII (âSi no fuera porque tus ojos tienen color de lunaâŚâ) â 2. Sonnet XXIV (âAmor, amor, las nubes a la torre del cieloâŚâ) â 3. Sonnet XLV (âNo estĂŠs lejos de mĂ un solo dĂa, porque cĂłmoâŚâ) â 4. Sonnet LXXXI (âYa eres mĂa. Reposa con tu sueĂąo en mi sueĂąoâŚâ) â 5. Sonnet XCI (âAmor mĂo, si muero y tĂş no mueresâŚâ)
⢠John Mitchell: Four Songs in Spanish. Nr. 4: La United Fruit Co. (âCuando sonĂł la trompeta, estuvoâŚâ; aus dem Canto general)
⢠Allan Pettersson:
De dĂśda pĂĽ torget (Sinfonie Nr. 12; 1974) fĂźr gemischten Chor und Orchester Vox Humana (1974) fĂźr Soli, gemischten Chor und Streichorchester. Texte: Manuel Bandeira, Daniel LaĂnez, Roberto FernĂĄndez Retamar, CĂŠsar Vallejo, Murilo Mendes, NicolĂĄs GuillĂŠn, Cassiano Ricardo, Miguel Barnet, Pablo Neruda
⢠Tobias Picker: Tres sonetos de amor (2000) fßr mittlere oder hohe Stimme und Klavier / fßr Bariton und Orchester. Texte aus den Cien Sonetos de Amor
1. Sonnet XVII â No te amo (âNo te amo como si fueras rosa de sal, topacioâŚâ) â 2. Sonnet III â Ăspero amor (âĂspero amor, violeta coronada de espinasâŚâ) â 3. Sonnet XLV â No estĂŠs lejos (âNo estĂŠs lejos de mĂ un solo dĂa, porque cĂłmoâŚâ)
⢠Leon Schidlowsky: Tres versos del capitån (1966) fßr Tenor und 6 Schlagzeuge
⢠Roland Schmidt: Neruda-Lieder (2005/07) fßr Mezzosopran, Klarinette, Klavier und Percussion
1. Como cenizas, como mare â 2. Cantares â 3. Barcarola â 4. Jinete en la lluvia â 5. Oceano â 6. Mares de Chile
⢠Yvette Souviron (* 1914): Poema de Neruda fßr Singstimme und Klavier
⢠Mikis Theodorakis: Canto General (1970â81). Oratorium fĂźr Mezzosopran, Bariton, gemischten Chor und Orchester
⢠Los Jaivas: Alturas de Machu Picchu (Progressive-Rock-Album; 1981). Text: Teile von Alturas de Machu Picchu aus dem Canto General
⢠JosÊ Carlos Amaral Vieira (* 1952): Veinte poemas de amor y una canción desesperada op. 179b (1983) fßr Mezzosopran und Klavier
1. Cuerpo de mujer â 2. En su llama mortal â 3. Ah vastedad de pinos â 4. Es la maĂąana llena de tempestad â 5. Para mi corazĂłn basta tu pecho â 6. Puedo escribir los versos â 7. La canciĂłn desesperada
⢠Samuel Barber: 1971 Zwanzig Liebesgedichte und ein Lied der Verzweiflung vertont als The Lovers, fßr Bariton, Orchester und gemischtes Chor, Op. 43, eine Bestellung der Girard Bank von Philadelphia.
⢠Matthias Bonitz: 2023 Dialog ohne Wortecite-ref-40[40] nach dem Gedicht Still sein fĂźr Sprecher â Kontrabass â Pianoforte; alternativ: Sprecher â Violoncello â Harfe UrauffĂźhrung: 21. April 2023 Heilig-Kreuz-Kirche Duelmen (NRW Deutschland)
Weblinks
Commons
: Pablo Neruda
â Sammlung von Bildern und Audiodateien
Wikiquote: Pablo Neruda
â Zitate
⢠Literatur von und ßber Pablo Neruda im Katalog des Ibero-Amerikanischen Instituts in Berlin
⢠Literatur von und ßber Pablo Neruda im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Werke von und ßber Pablo Neruda in der Deutschen Digitalen Bibliothek
⢠Literatur von und ßber Pablo Neruda im Katalog der Bibliothek des Instituto Cervantes in Deutschland
⢠Informationen der Nobelstiftung zur Preisverleihung 1971 an Pablo Neruda (englisch)
⢠Nerudas Schatzinsel am Pazifik
Einzelnachweise
cite-note-11. â Erich Arendt (Herausgeber, Ăbersetzer): Pablo Neruda Dichtungen 1919â1965 (Werktitel: Poemas). Luchterhand, Neuwied / Berlin 1967, Vorwort von Erich Arendt S. 6.
cite-note-22. â BiografĂa. In: fundacionneruda.org. Abgerufen am 26. Februar 2020 (spanisch).
cite-note-0-33. â Eberhard HungerbĂźhler: Pioniere fĂźr den Frieden, 1983. Pablo Neruda: Vorwort. In: Enrico Guidoni: Inka. Grandi Monumenti, CiviltĂ andine (= Monumente groĂer Kulturen). Ebeling, Wiesbaden 1974.
cite-note-44. â David Schidlowsky: Pablo Neruda y su tiempo. Las furias y las penas. Santiago de Chile 2008, Bd. 1, S. 39.
cite-note-55. â David Schidlowsky: Pablo Neruda und Deutschland. S. 14â15.
cite-note-2-66. â RamĂłn Guerra de la Vega: Madrid 1931â1939 : Segunda RepĂşblica y Guerra Civil â Historia de la FotografĂa. Street Art Collection, Madrid 2005, ISBN 84-88271-25-5, S. 150â153.
cite-note-77. â Ich bekenne, ich habe gelebt, Darmstadt 1977, S. 132.
cite-note-88. â Ich bekenne, ich habe gelebt, Darmstadt 1977, S. 144.
cite-note-99. â David Schidlowsky: Pablo Neruda und Deutschland. S. 35â70.
cite-note-1010. â David Schidlowsky: Pablo Neruda und Deutschland. S. 75.
cite-note-1111. â David Schidlowsky: Pablo Neruda und Deutschland. S. 85.
cite-note-1212. â David Schidlowsky: Pablo Neruda und Deutschland. S. 75â84.
cite-note-1313. â Vgl. hierzu auch: Kiu Eckstein: Ein Leben â Zwei Welten. Biografische Notizen in Zeiten des Wandels. Hamburg 2017, ISBN 978-3-7439-3297-5, S. 114, 116.
cite-note-1414. â RĂśssner 2002, S. 245.
cite-note-1515. â Fernando AlegrĂa: Walt Whitman en HispanoamĂŠrica. MĂŠxico: Ediciones Studium, 1954, S. 315â334.
cite-note-1616. â Delphine Rumeau: Walt Whitman and Pablo Neruda, American Camerados. In: Revue Française dâĂtudes AmĂŠricaines. Nr. 108 (2006), S. 47â62.
cite-note-1717. â Gerrit Bartels: Literaturnobelpreisträger: Zweifel an der Todesursache von Pablo Neruda. In: Zeit Online. 11. Februar 2013, abgerufen am 20. Juni 2020. Pablo Nerudas Leiche wird exhumiert: War es Mord? In: sueddeutsche.de. 25. März 2013, abgerufen am 20. Juni 2020.
cite-note-1919. â Keine Vergiftung: Neruda starb an Krebs. In: Badische Zeitung. 9. November 2013, archiviert vom Original am 11. November 2013; abgerufen am 20. Juni 2020.
cite-note-2020. â Chile reopens Pablo Neruda death investigation to test for poisoning. In: theGuardian.com. 21. Januar 2015, abgerufen am 22. Januar 2015 (englisch).
cite-note-2121. â Chile admits Pablo Neruda might have been murdered by Pinochet Regime. In: TheGuardian.com. 6. November 2015, abgerufen am 6. November 2015 (englisch).
cite-note-2323. â Experts deliver report on death of Pablo Neruda, claim he was poisoned. In: Chile Today, 14. Februar 2023.
cite-note-2525. â Nuevo informe pericial confirmarĂa que Neruda fue envenenado. Deutsche Welle, 14. Februar 2023, abgerufen am 13. Oktober 2025 (europäisches Spanisch).
cite-note-2626. â Neue Erkenntnisse in Chile â Wirklich vergiftet? Wie starb Pablo Neruda? Tagesschau, 15. Februar 2023.
cite-note-2727. â Klaus Ehringfeld: Pablo Nerudas Tod: âInjektion einer biologischen Waffeâ. In: Frankfurter Rundschau. 16. Februar 2023, abgerufen am 16. Februar 2023.
cite-note-2828. â Leopold Federmair: Der trunkene Durst des begeisterten Schleuderers: Vor hundert Jahren wurde Pablo Neruda geboren. In: NZZ.ch. 12. Juli 2004, archiviert vom Original am 11. März 2012; abgerufen am 20. Juni 2020. Valentin SchĂśnherr: Das Brot der Dichtung fĂźr die Massen: Pablo Neruda. In: Lateinamerika-Nachrichten. 361/362, Juli 2004, abgerufen am 20. Juni 2020 (Fritz Rudolf Fries im Gespräch Ăźber mĂśgliche Lesarten eines Weltveranschaulichers).
cite-note-2929. â El dĂa que Pablo Neruda violĂł a una mujer Dalit. In: mqltv.com. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 30. Mai 2018; abgerufen am 4. Juni 2018 (spanisch). El espeluznante relato donde Pablo Neruda confiesa haber violado a una mujer. In: cronicachile.cl. 1. September 2017, archiviert vom Original am 3. September 2017; abgerufen am 4. Juni 2018 (spanisch). âConfieso que he violadoâ ÂżSabes que Neruda violĂł a una joven tamil? In: Tribuna Feminista auf ElPlural.com. 10. Dezember 2017, abgerufen am 4. Juni 2018 (spanisch).
cite-note-1-3030. â Pablo Neruda: Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren. 5. Auflage. Nr. 11819. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂźnchen 1999, ISBN 3-423-11819-9, S. 125 f. (ungekĂźrzte Ausgabe).
cite-note-3131. â Neruda: Friede dem Mehl. In: Der Spiegel. 18. September 1963, S. 89â90, abgerufen am 20. Juni 2020.
cite-note-3232. â Dem "Picasso der Lyrik" zum 100. Geburtstag. Universität Leipzig, 8. Juni 2004, abgerufen am 18. Januar 2024.
cite-note-3333. â Honorary Members: Pablo Neruda. American Academy of Arts and Letters, abgerufen am 17. März 2019 (englisch).
cite-note-3434. â Bezirkszentralbibliothek Pablo Neruda. 21. Dezember 2023, abgerufen am 5. März 2024.
cite-note-3535. â Ostsee-Zeitung, Greifswalder Zeitung, Ausgabe vom 24. September 2013, S. 9.
cite-note-3636. â Porträtstele Pablo Neruda | Wieland FĂśrster | Bildindex der Kunst & Architektur - Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex. Abgerufen am 7. Oktober 2022.
cite-note-3737. â Christiane von Korff: Kriminalroman âDer Fall Nerudaâ: So viele Länder wie Geliebte. In: Spiegel Online. 26. April 2010, abgerufen am 20. Juni 2020 (Rezension).
cite-note-3838. â Das Handelsschiff Winnipeg, voller Spanien-FlĂźchtlinge aus allen politischen Lagern, nach dem Franco-Hitler-Krieg gegen die Republik geflohen, legte am 4. August 1939 von Bordeaux ab. Die FlĂźchtlinge stammten aus den franzĂśsischen âLagern der Schandeâ, aus Argelès-sur-Mer, Barcarès, Saint-Cyprien, und dem Camp de Gurs. Die Ăberfahrt nach SĂźdamerika dauerte einen Monat. Als das Schiff am 2. September 1939 in ValparaĂso ankam, wurden die Spanier von einer Delegation unter FĂźhrung Nerudas begrĂźĂt, im Namen der chilenischen Volksfrontregierung. Sie wurden als Helden empfangen. Der Zweite Weltkrieg begann.
cite-note-3939. â Pablo Neruda (in der Filmdatenbank der DEFA-Stiftung). DEFA-Stiftung, abgerufen am 30. Oktober 2022.
cite-note-4040. â Claudia Marcy: Still sein und sich berĂźhren lassen. In: DĂźlmener Zeitung. 25. Juni 2023, abgerufen am 3. April 2024.